Beschreibung
Steinwand, Johannes Fercher von (auch Kleinfercher)
Titel: Dankmar
Reych: Nr. 126 Claudium Forum (Klagenfurt)
Geb.: 22.03.1828 in Steinwand
Gest.: 17.03.1902 in Wien
Volltext
österreichischer Schriftsteller Fercher wurde als Sohn einer ledigen Magd beim Eßlbauem auf der Steinwand bei Stall im Möllta/Oberkärnten geboren und auf den Namen Johannes getauft. Seine Mutter hieß Anna Kleinfercher; später nahm er den Namen Fercher von Steinwand an. Johannes musste schon mit fünf Jahren sein Brot als Halterbub verdienen, konnte aber später (1840- 1848) das Gymnasium in Klagenfurt und in Görz besuchen, nahm an den Ereignissen des Jahres 1848 als Oberleutnant der Nationalgarde teil und begann dann das Studium (Geschichte, Geographie, Philosophie) in Graz. Schon hier machte er als Dichter von sich reden, doch als er gerade begann, Anerkennung und sozialen Aufstieg zu finden, erkrankte er an Typhus, von welcher Krankheit er niemals mehr ganz genesen sollte. Vor allem konnte er sein Berufsstudium nicht abschließen. Eine Arztfamilie nahm ihn als Hausgenossen auf; später setzte ihm der bekannte Anatom Prof. Hyrtl ein bescheidenes Legat aus, so dass er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Im Jahre 1879 übersiedelte er nach Wien. Obwohl er sich kaum öffentlich betätigte, übernahm er 1890 die Leitung der Dichter- und Schriftstellergemeinschaft „Iduna“, die sich gegen den materialistischen Naturalismus wandte. Damit ist auch das Werk Ferchers charakterisiert, der ein Epigone des deutschen Idealismus und Klassizismus war und der viele seiner hochfliegenden Pläne nicht ausführte oder bei der Ausführung stecken blieb. Dennoch zählt er mit seiner Epik, seinen Dramen und vor allem mit seiner Lyrik zu den bekannteren Kärntner Dichtern. Fercher von Steinwand starb in Wien. Seine österreichische Bedeutung wird nicht zuletzt dadurch dokumentiert, dass ihm die Stadt Wien ein Ehrengrab widmete. (Text: Rt. DIN-Ast (126)) Seine bekanntesten Werke: Tyrannensturz, Der Thronwechsel, Heinrich IV und sein Sohn, Ein Prometheus, Sand, Dankmar (Trauerspiel), Gräfin Seelenbrand, Deutsche Klänge aus Österreich, Johannisfeuer, Der Geisterzögling, König Chunrad, Drahomira, Ungarschlacht, Poetisches Spruch- und Tagebuch. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt