Reych Nr. 246

Schweitzer, Albert

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schweitzer, Albert Dr.
Titel: Lambarene
Reych: Nr. 246 Gaudia Mundi (Schwäbisch Gmünd)
Geb.: 14.01.1875 in Kayserberg
Gest.: 04.09.1965 in Lambaréné

Volltext

elsässischer Theologe, Philosoph, Arzt und Musiker Schweitzer studierte in Straßburg, Paris und Berlin, war Hilfspfarrer und wurde nach seiner Promotion zum Dr. phil. (1899) Privatdozent für Neues Testament in Straßburg. Um aber auf dem Missionsgebiet praktische Hilfe leisten zu können, studierte er nebenbei Medizin und wurde nach dem Erwerb des mediz. Doktorgrades 1913 Missionsarzt in Lambarene im französischen Kongogebiet. Zuvor wirkte er ab 1894 als hervorragender Organist bei den Bachkonzerten in Straßburg mit. Seine Studien über den Orgelbau waren Ausgangspunkt der modernen Orgelbewegung. Schweitzer war eine Bachautorität, schrieb 1905 eine Biographie „Jean Sebastian Bach, le musicien-poet", die er 1908 in die deutsche Sprache übersetzte, ferner „Bachs gesammelte Orgelwerke" und „Deutsche und französische Orgelbaukunst und Orgelkunst". Als Theologe verfasste er „Untersuchungen zum Neuen Testament" von bleibendem Wert, „Geschichten der Leben-Jesu-Forschung", „Die Mystik des Apostel Paulus" „Das Abendmahlproblem", „Das Messianitäts- und Leidensgeheimnis" u.a. Als Ethiker schrieb er „Verfall und Wiederaufbau der Kultur" und „Kultur und Ethik". In Lambarene am Ogowe hatte er die weltberühmte Krankenstation aufgebaut und unter schwierigsten Verhältnissen geführt. Von 1918-24 und von 1927-29 lebte er in Europa und hat durch seine Schriftstellerei, Vorträge und Orgelkonzerte neue Mittel gesammelt, um die Fortführung seines Hilfswerkes zu gewährleisten. Seine Erfahrungen in Afrika hat er in seinen Schriften „Zwischen Wasser und Urwald", „Erlebnisse eines Arztes im Urwald Äquatorialafrikas" (1921) und in den „Mitteilungen aus Lambarene" (1925-28) ausführlich geschildert. Berufungen in theologische Professuren hat er abgelehnt, um sein Werk in Afrika nicht zu verlassen. Selbstbiographische Schriften sind „Aus meiner Kindheit und Jugendzeit" und in der „Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen" enthalten. Schweitzer war eine universale Persönlichkeit, die im praktischen Christsein die missionarische Aufgabe vorbildlich gelöst hat. 1952 erhielt er den Friedensnobelpreis. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt