Reych Nr. 353

Suppé, Franz von

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Suppé, Franz von
Titel: Boccaccio
Reych: Nr. 353 Castellum Novaesium (Neuss)
Geb.: 18.04.1819 in Spalato
Gest.: 21.05.1895 in Wien

Volltext

österreichischer Kapellmeister und Komponist Suppé entstammte einer ursprünglich in Belgien beheimateten Familie. Einer der Vorfahren wanderte nach Oberitalien aus und erwarb das Heimatrecht in Cremona. Von dort übersiedelte die Familie nach Dalmatien, wo auch der Vater von Franz ansässig und als österreichischer Kreiskommissär tätig war, ehe er nach Zara versetzt wurde. In Zara verlebte Franz von Suppé, dessen Mutter Katharine Landovsky eine gebürtige Wienerin war, seine Jugendzeit. Seine musikalische Begabung zeigte sich schon sehr früh, aber erst nach Überwindung des väterlichen Widerstandes erhielt er geregelten Unterricht im Flötenspiel. Um seine weitere Unterweisung kümmerte sich der Militär-Kapellmeister J. Ferrari und der Chorleiter der Kathedralkirche G. Cigalla. Sein Frühwerk, die Komposition einer Messe (1832) fand Suppe noch vierzig Jahre später als „Missa dalmatica" der Veröffentlichung wert. Nach den Vorschulstudien ging er auf Wunsch des Vaters als Student der Rechte nach Padua, aber sein Interesse galt auch hier vornehmlich der Musik. Häufige Ausflüge nach Mailand gaben ihm Gelegenheit, an der Scala zeitgenössische Opernproduktion kennen zu lernen und die persönliche Bekanntschaft mit Rossini, Donizetti und dem jungen Verdi zu machen. 1835, nach dem Tode seines Vaters, zog er mit seiner Mutter nach Wien, wo er sich nach fehlgeschlagenen Studienversuchen am Polytechnikum und als Medizinstudent an der Universität endgültig für die Musik als Lebensberuf entschied. Er wurde Schüler von Seyfrieds und Sechters, die Mittel zum Studium verdiente er sich durch italienischen Sprachunterricht. 1840 begann er seine mehr als vier Jahrzehnte währende Tätigkeit als Kapellmeister am Theater in der Josefstadt und an den gleichfalls von Direktor Pokorny geführten Bühnen in Baden, Ödenburg und Preßburg. Neben dem Dirigieren oblag ihm, die Komposition von Begleitmusiken, Ouvertüren, Liedern usw. zu den zeitüblichen Lokalpossen und Volksstücken. Von 1844 an wurde ihm auch die Leitung der italienischen Opernaufführungen übertragen. 1845 ging er wieder 17 Jahre als Kapellmeister an das Theater an der Wien. Hier war A. Lortzing in den Jahren 1846-48 sein freundschaftlich verbundener Kollege. Nach dem Erscheinen der ersten Offenbachschen Operetten in Wien wandte sich Suppé dem noch unbetretenen Gebiet zu und bot mit dem Zweiakter „Das Pensionat" 1860 den ersten mit Beifall aufgenommenen Beitrag. Bis in die Gegenwart anhaltenden Dauererfolg erzielte 1865 „Die schöne Galathee". Inzwischen wechselte er seine Kapellmeistertätigkeit zum Kaitheater und 3 Jahre später wurde er Dirigent am Carltheater. Von dieser Tätigkeit trennte er sich erst 1882 nach seinen stetig wachsenden Erfolgen als Komponist, die mit „Fatinitza" und „Boccaccio" (1879) ihren Höhepunkt erreichten. Die Ferienzeiten verbrachte Suppé auf seinem Landsitz in Gars am Kamp (Niederösterreich). Neben der Vielzahl von Operetten schrieb er auch eine Reihe von Opern, die z.T. nie zur Aufführung gelangten, ferner Kirchenmusikwerke, weltliche und geistliche Chöre und viele kleinere Streichquartette. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt