Reych Nr. 239

Tunner, Peter Ritter von

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Tunner, Peter Ritter von (auch selber so. Dies geht vor allem auf zwei Institutionen zurück, welche die Stadt prägen. Auf dem Gebiete der)
Titel: Eisenfürst
Reych: Nr. 239 An der Leuben (Leoben)
Geb.: 10.05.1809 in Deutschfeistritz
Gest.: 08.06.1897 in Leoben

Volltext

österreichischer Bergbaupionier Montanuniversität Leoben, die Stadt des Reyches "An der Leuben", ist eine Montanstadt, sie wird so bezeichnet und nennt sich Montanwissenschaften ist dies die Montanuniversität Leoben und auf dem Gebiet der Montanwirtschaft ist es das Eisenhüttenwerk Donawitz der Voest Alpine AG. Hinzu kommen eine Reihe von Kennzeichen auf den Gebieten der Montankultur und des Montanrechts, die ihre Ursache zusätzlich vor allem in dem Umstand haben, dass Leoben als Handelsstadt fiir das Eisen des Steirischen Erzberges entstanden ist. Der Charakter des Reyches ,,An der Leuben" wird entsprechend deutlich montanistisch mitbestimmt. Zahlreiche Sassen sind profan direkt oder indirekt mit dem Montanwesen verbunden und bringen dies in das Leben des Reyches ein. Ein Höhepunkt jeder Winterung ist die Barbarasippung zu Beginn des Christmondes aus Anlass des Festes der Heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sowohl Ahnen als auch maßgebliche Orden des Reyches sind montanistisch bestimmt. sodass mit ihnen das Reych "An der Leuben" seinen montanistischen Wesenszug auch nach außen kundtut. Die maßgebliche Person, auf welche der heutige montanistische Charakter von Leoben und damit auch letztlich derjenige des Reyches "An der Leuben" zurückgeht, ist Peter Ritter von Tunner. Er war der erste Professor der heutigen Montanuniversität im 19. Jahrhundert und seine starke Persönlichkeit prägt deren Wirken in Forschung und Lehre bis in die Gegenwart. Vor allem ist es auch ihm .zu verdanken, dass im Gefolge der Wirren der Revolutionsjahre 1848/49 die vorher in Vordernberg befindliche Hochschule nach Leoben und nicht nach Wien oder an einen anderen Ort gekommen ist. Darüber hinaus ist Peter Tunner nicht nur über die Montanwissenschaften mit Leoben verbunden, sondern auch über die Montanwirtschaft: Er war nämlich Mitglied und zeitweise Vizepräsident des Aufsichtsrates - früher hieß es Verwaltungsrat - der Innerberger Hauptgewerkschaft und der aus dieser hervorgegangenen Österreichisch- Alpinen-Montangesellschaft, heute in der Voest Alpine AG enthalten, und hat in dieser Funktion maßgeblich zu der Gründung und zum Ausbau des Werkes Donawitz zu seiner seitdem bestehenden Bedeutung beigetragen. Auf wissenschaftlichem Gebiet war der Leobener Professor Peter Tunner der führende österreichische Montanist im Zeitalter der Hochindustrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf ihn gehen zahlreiche Verbesserungen im Berg- und Huttenwesen, insbesondere im Eisenhüttenwesen zurück, sei es durch persönliche Aktivitäten und Beratungen, sei es durch seine 243 Publikationen, darunter 20 Bucher. Entsprechend genoss Peter Tunner auch weltweit höchstes Ansehen auf dem Gebiet der Eisen- und Stahlerzeugung. Aufgrund all dessen gibt es in Leoben neben einer Peter-Tunner-Straße und einem Peter Tunner Platz ein großes und aussagekraftiges Peter-Tunner-Denkmal. Auch in Graz gibt es eine Peter Tunner-Straße. An Tunners Wohnhaus in Leoben, Gosserstraße, sind aus Anlass der 200. Wiederkehr seines Geburtstages im Jahre 2009 auf Initiative des Leubener Ritters So-ja zwei Gedenktafeln angebracht worden. Peter Tunner war auch in seinem Auftreten eine starke Persönlichkeit, als Lehrer streng aber gerecht und mit engen Verbindungen zu seinen Schülern, die ihn hoch verehrten. Sie haben ihm bei verschiedenen Anlassen große Feiern veranstaltet und ihm in internationaler Zusammensetzung im Jahre 1904, d.h. nur wenige Jahre nach seinem Tode, das große in Leoben auf dem Peter-Tunner Platz stehende Denkmal errichten lassen. Es tragt die Inschrift: Peter R v. Tunner. Dem großen Lehrer und Meister 1840 - 1874 die dankbaren Schüler, Fachgenossen und Verehrer. Bemerkenswerterweise war Peter Tunner aber auch mit Selbstironie und demgemäß mit einer wesentlichen schlaraffischen Eigenschaft begabt. So findet sich z.B. in seinen Lebenserinnerungen der folgende Satz, nachdem er zunächst über die Zuteilung eines Assistenten berichtet hat: „...allein da ich durch Krankheit nie am Unterricht verhindert war und durch das mehrseitig mir erteilte Lob in die Einbildung verfiel, dass niemand den Unterricht so gut wie ich selbst besorgen könnte, so überließ ich dem Assistenten Czeyka, so wie auch später seinem Nachfolger, dem Assistenten Jakob Poschinger, nie eine Vorlesung.....". (Text (gekürzt): Ritter Berggeist (239))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt