Routine, verschafften ihm, weit über unsere Grenze hinaus, Zuneigung und
Ansehen. Als er, 47jährig,
Stunden nach der Sd11ußsippung der Jahrung
94/95 (1953/54) plötzlich und unerwartet in Aha11 einritt, war die Trauer um
diesen seltenen Schlaraffen allgemein. Sein Tod bedeutet Mahnung und Ver
pflichtung, Verpflichtung zur Anspannung aller Kräfte, unser schönes schlaraf
fisches Spiel nicht nur äußerlich weiter zu kultivieren, sondern es vor allem
mit echtem schlaraffischen Geist zu durchdringen, es zu dem werden zu lassen,
was wir im Laufe einer
Entwicklung als seinen Kern zu erkennen
gelernt haben: Die Möglichkeit, die Quellen unsrer geistigen und seelischen
Existenz vor Verschüttung zu
sie fließen und einmünden zu lassen
in das Meer männlidler Tugenden, als deren höchste uns die Treue zum
Freunde ers~~eint.
Nr. 43
DES S A V I A (Dessau, Anhalt)
gegründet 1. 5. a. u. 23 (18 82)
Die Gründungs-Kundmachung der Colonie Dessavia
durch die hohe Allmutter vom Lethemond 1582.
die eine Chronik für sich ist, lautete wie folgt: Im
Verlauf des Wonnemonds 1582 wurde Uns durch den
R. Purzel der Verßossel1e, ehemals O. der h. Colonia
(Adolf Meyer), und R. Ingo VOI1 Il1graban, ehemals
O. der h. Lignicia (H. S. Artl), die frohe Meldung
gemacht, daß es ihnen mit Uhus Hilfe geglückt sei,
den ehrenhaften Verein "Narrhalla" in Dessau mit
fliegender Fahne in Allschlaraffia überzuführen. Dieser Meldung beigefaltet
war, von allen 3 7 Mitgliedern der Narrhalla unterzeichnet, der Beschluß,
unserem Bund beizutreten und gleichzeitig das Gesuch um ausnahmsweise
Erlassung des Prüfungsjahres und sogleiche Anerkennung des Reyches Dessavia.
Den Satzungen der Narrhalla ist zu entnehmen, daß sie der Schlaraffia
nahe verwandt gewesen, sozusagen ihr bereits angehörte. Es wurde deshalb
sämtlichen Reychen folgender Antrag vorgelegt:
1. in Berücksichtigung der geachteten Stellung, welche sich die Narrhalla
durch eine sechsj ährige ruhmreiche Vergangenheit erworben,
2. in Berücksichtigung der von Narrhalla geltenden uns so nahe verwandten
Tendenzen,
3. in Berücksichtigung des Umstandes, daß die durch ein dem unseren sehr
ähnlidles Ceremoniale geschulten 37 Mitglieder der Narrhalla sdllaraffisch
schon reicher geworden, und
4. in Berücksichtigung, daß die nunmehrige Dessavia bisher schon 6 Monate
ihrer Prüfungszeit zurückgelegt, ist die Dessavia mit Nachsicht der weiteren
6 Monate Prüfungszeit sofort in den Bund als anerkanntes Reych auf
zunehmen.
Innerhalb der gestellten Frist sind von keinem Reyche Einwendungen
erhoben worden, somit wurde der Antrag für angenommen erachtet. Außer
den beiden obengel1anntcn Gründe:!'l1 weist die erste Stammrolle folgende
469
Kamen auf: R. St/eil der Sdmeidige (Fritz Bebber), R. Knipperdol1iflg der
Zippeldieb (Carl Tannenhofer), R. Graf Salton10rtale der Nim'lursatt (Richard
Kahle), R. Piffpaffpuff der Schmunzelilde (Carl Zühlke) sowie weitere 26 Ritter,
vier Junker und ein Knappe. Zu Obel'schlaraffen wurden erkürt die Ritter
Ingo und Stidl, zum Kantzler R. K,lipperdolling, zum Reychsschatzmeister
R. Graf Saltomortale.
Wegen Raummangels wurden die Sippungen von der Schloßburg (Restaurant
Kohl) vorübergehend nach der Hirschburg (Hotel zum goldenen Hirsch) ver
legt. Sanktioniert wurde das Reych am 9. des Christmonds a. u. 23 (1882).
Die hohe Dessavia nahm von nun an regen Anteil an allen Angelegenheiten
Allschlaraffias.
Auf dem Prager Concil erschien Hkt. Knipperdoliing als Legat. Da dieser
geraume Zeit nach Schluß des H. Concils nicht nach Dessavia zurückkehrte.
sah sich sein Reych veranlaßt, seine Verfolgung mittels Steckbrief in der
Schlaraffia Zeyttungen zu betreiben. welche von dem gewünschten Erfolg
war. Im Coneil zu Dl'esdensia trat Hkt. Tschln-Tschin-Dschod-SltiHg (Heinrich
Roscher), der kurz zuvor den Thron bestiegen hatte. als Legat auf. Unter
ihm fing das Reych. das in den 15 Jahren, die seit der Gründung vergangen
waren, auf 16 Sassen zusammengeschrumpft war, wieder aufzuleben. So stellte
zum Beispiel die am s. des Hornungs 1596 in der St. Georgsburg (Georgen
straße) groß aufgezogene 400. Sippung einen Glanzpunkt in der Geschichte
der Dessavia dar. Die Burg wurde wieder in die Schloßstraße 18 verlegt und
erhielt den endgültigen Namen " Bärenburg " . Sein und des Kantzelars Dr. Stil/
fro); Verdienst war es auch, daß der Dessavia a. u. 72 (1931) die herrliche
Burgeinrichtung der h. Oenipontana übereignet wurde. Als schier unentwin
barer Haufen Holz kam diese, einen ganzen Wagen ausfüllend mit dem
Dampfroß in Dessavia an. Unter den geschickten Händen und der Hilfe des
Marschalls KurveH-aal, der Ritter B. M. W., Le olw Lock und Tschia-Tschin
erstand die Burg in strahlendem Glanz.
Am 21. 2. a. u. 72 (1931) feierte die Dessavia in würdiger Form den
100. Geburtstag des Grafen G/eidleH der LindeHt11üller. Aus Anlaß dieses für
die Allschlaraffia so wichtigen Gedenktages wurde von der Dessavia an dem
Geburtshaus des GrafeH GleidleH in der profanen Stadt Köthen in Anhalt eine
bronzene Gedenktafel angebracht. Der Chronist kann sich nur ganz schwach
an die glanzvolle 400. Sippung am 8. des Hornung 1596 (1896) erinnern,
da dieser zu dieser Zeit erst einen Monat und zwei
alt war; aber die
1500. Sippung war im schlaraffischen Leben des Chronisten und der inzwischen
wieder auf über ein halbes Hundert angewachsene Sassenschaft ein weiterer
Höhepunkt.
Auch dieser Höhepunkt wurde noch übertroffen durch die Feier des 50.
Stiftungsfestes verbunden mit der Ursippenfeier für den Erbkantzellar Dl'.
Stillfroh, das am 22. des Lethemonds a. u. 73 (1932) im Konzertsaal des
"Alten Theaters" gar festlich begangen wurde. Unter der Leitung der Herr
lichkeiten: Adalbert der sdlOttisdle Barde (Albert Schotte), Lorbeer der KHie
Rupprecht), Radiru der Baluvare (Rudolf SoHfrank) wurde
dieses Fest ein Ereignis. das wohl im ganzen Uhuversum in seinem strah
lenden Glanz einzig dasteht. Aus vielen Reyruen waren die Fähnlein ein
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geritten und die h. Allmutter Praga ehrte die Dessavia durch die Entsendung
der HerrliChkeiten Fic11te redivivus und ArHoroso der Wandelbare; beide
übernahmen abwechselnd mit den Herrlichkeite~ der Dessavia die Funktion.
Das 50. Stiftungsfest war die letzte große Feier des Reyches.
Nach a. u. 74 (1933) schmolz die Schar der Treuen beträchtlich zusammen.
Fast schien es, zum al dem Reych die Räume der Bärenburg in der Schloß~
straße, die die Dessavia mit kurzer Unterbrechung 50 Jahre in Besitz hatte,
kurzfristig gekündigt wurden, als ob es "aus" wäre. Aber die Herrlichkeiten
Tsc11in-Tsdlin, Lorbeer und Le olm Loc~', der Erbkantzellar Dr. StillfroJt, der
treue Marschall Kurwnaal und noch einige beherzte Recken einten die Reste
der Sassenschaf't. Hkt. Le olm Loch' fand in der Breitenstraße die passenden
Räume, die Burg wurde nach dort verlegt. Durch Uhus Gunst war es dem
Reych vergönnt, noch vier Jahrungen in dieser schönen Burg in einer Har
monie sondergleichen zu sippen. In der denkwürdigen 1557. Sippung, am
27. des Hornungs a. u. 7S (1937), mußten die letzten
es waren noch
über 20, Abschied von der Burg nehmen, da sich die Dessavia auf den
"verbindlichen Wunsch" der profanen Macht nach zähem Kampf auflöste.
Nr. 44 H I L D BUR GI A
Thüringen)
gegriindet 3. 10. a. u. 23 (1882)
Die Hildburgia wurde am 3. des Lethemonds 1582 als Tochter der Revalia
gegründet. Nach neun Jahren, 1591, als erloschen betrachtet und infolge des
Spruches des AUschlaraffischen Schiedsgerichtes gestrichen.
Nr. 45 MO GUN TI A (Mainz a. Rhein)
gegründet 7. 10. a. u. 23 (ISS2)
Wie bei der Gründung der h. Allmutter Pl'aga, so
war diese Tat auch in der h. Moguntia das unbestreit
bare Verdienst der Jünger vom Musentempel. Graf
Sdmeiderti:Jdter von der Pl'egt1itz (Fritz Hitzigrath) und
WolfrarH der Erhabel1e (H. Pfeiffer) gründeten als
7. Tochter der h. Colonia Agrippina am 7. 10. a. u. 23
(1882) das Reych. Beide gehörten zuvor bereits in dem
profanen Nürnberg den "Rittern von der Pegnitz" an.
Während R. SOll1eiderti:Jdter dann in der h. Colonia
Schlaraffe wurde, war es R. Wolfra
[… Fortsetzung im Originalband]