Wilhaim

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 329 — Wilhaim. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

329 Wilhaim
Das Reych Wilhaim blühte und entwickelte sich seit seinem 25. Stiftungsfest gar prächtig. Unter
dem großartigen Junkermeister Rt Manto wuchs die Junkertafel; somit kann das Reych - wenn es
darum geht, Wahlwürden und Ämbter zu besetzen - bis heute auf voll im schlaraffischen Geist
erzogene Sassen zurückgreifen.
Unter unseren Großfürsten Rt Tosca-Ruso-Buso-Nini, der über 65 Jahrungen unserem Bund die
Treue hielt, und Fürst Rt Ton Ikarus fanden sich unsere Musici zu einem kleinen Reychsorchester
zusammen, das unsere Festsippungen zu stimmungsvollen Feiern gestaltete und uns viele von
Musik geprägte Sippungen erleben ließ.
Großartige Mundartdichter, wie unsere Rtt Udobar, A bis Z und andere wortgewandte Fechser lie-
ßen unsere Sippungen zu eindrucksvollen, die ganze Palette der Künste umspannenden Abenden
werden.
Bis heute hat sich Wilhaim die Tradition bewahrt, dass der Ceremonienmeister die Sassen in bai-
rischer Mundart auf die bevorstehende Sippung einstimmt und der Nachtwächter, ein markantes
Zeichen Wilhaims, sie mit einem besinnlichen Spruch beendet.
Das 50. Stiftungsfest a.U. 146 feierte das Reych zunächst mit einer Festveranstaltung am 16.04. im
Weilheimer Theater. Zur großen Freude von 250 geladenen Gästen aus der Profanei zelebrierten
Wilhaims Sassen eine von Rt Pocci inszenierte Einführung in das schlaraffische Spiel, konnten die
Gäste einen bunten Fechsungsreigen und eine Ausstellung erleben.
Die Tageszeitung „Weilheimer Tagblatt” widmete dem Reych eine ganze „Samstagsseite” unter
dem Titel „Ein dreifaches Lulu auf die Schlaraffen”. Schließlich folgte am 24.10. zur 1423. Sippung
in der Tassiloburg das „50. Stiftungsfest”. Die vielen Freunde erlebten eine Festsippung, die sich
einfügt in die Reihe großer und unvergessener Sippungen des Reyches und wie das Fest im Weilhei-
mer Theater in bester Erinnerung bleiben wird.
Leider hat OHO auch unser Reych nicht verschont und so haben wir a.U. 148 unseren letzten Erz-
schlaraffen Rt Valatei gen Ahalla entlassen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
330 An den Quellen
Uhu sei Dank, das Reych blieb vor größeren Erschütterungen bewahrt. Wir konnten stets fröhlich
in unserer eigenen Rákócziburg kürzlich nun schon zum 1.500 Male sippen. Doch blieben wir auch
von Ohos Tücke nicht verschont. Durch Ahallaritte verloren wir u.a. die für unser Reych prägenden
und z.T. uhuversal bekannten Freunde, wie z.B. die Rtt Basseng (Burgenbauer), Indra, Polymus,
Filiafex, Don Chiro, El Toro. Sie werden uns im Gedächtnis bleiben.
Trotzdem gelang es uns durch intensive Mitgliederwerbung, unsere Sassenzahl über die Jahre bei
etwa 50 Sassen konstant zu halten. Zu unseren Sippungen konnten wir stets zahlreiche Freunde aus
nah und fern, insbesondere von den Nachbarreychen, begrüßen. Die Freundschaftsbande wurden
auch durch häufige Ausritte unsererseits gefestigt. Hieran hat unser „Ausrittskönig”, Rt Sinfonicus,
mit über 1.100 Ausritten, erheblichen Anteil. Zusätzlich wurden ab a.U. 145 die Bande zu besonders
lieben Freunden noch dadurch enger geknüpft, dass der Stand der „Reychspraefecten” neu geschaf-
fen wurde. Mit unserem Reych sind so nicht nur 12 Ehrenritter, sondern auch 6 Reychspraefecte
eng verbunden. Zu einer allseits beliebten Tradition haben sich unsere regelmäßigen Rákóczifeste
entwickelt. Dabei tritt Fürst Rákóczi persönlich auf und zeichnet seine Getreuen aus. A.U.150 feiern
wir nun schon das 36. Rákóczifest.
Die Wiedervereinigung Deutschlands war das Signal, die Schlaraffenreyche, die lange Zeit verboten
waren, wieder zu erwecken oder neu zu gründen. Sassen unseres Reyches, welches ja nicht weit
von Thüringen entfernt ist, nahmen die Anregung auf und suchten in Meiningen nach Spuren des
ehemaligen Reyches „Meinungia”.
Es war unser Rt Filiafex, der in mühevoller Kleinarbeit mit Briefen, Zeitungsartikeln und persönli-
chen Besuchen, Kontakte zu Meininger Bürgern herstellte. In unserer 1049. Sippung konnte er stolz
vermelden dass es dort einen Stammtisch gibt. Am 23.04. a.U. 133 wurde die Colonie „Meinung’a”
gegründet und am 1.5. a.U. 138 erfolgte die Sanktionsfeier. Damit hatte unser Reych nach dem „Cas-
trum Locarnense” nun eine zweite Tochter.
Ein Höhepunkt in der Geschichte unseres Reyches war die Feier des „3er- Wiegenfestes” a.U.146. Die
gefeierten 100 Jahrungen setzten sich zusammen aus 50 Jahrungen der Mutter„An den Quellen”,
40 Jahrungen der 1. Tochter „Castrum Locarnense” und 10 Jahrungen der 2. Tochter „Meinung’a”.
Das fulminante Fest fand in der einzigartigen Wandel- und Brunnenhalle der profanen Kurstadt Bad
Kissingen statt. Unserem Namen entsprechend sippten wir dort unmittelbar „An den Quellen”. Für
unsere Tochter Meinung’a hatte der Tag noch eine ganz besondere Bedeutung: Aus der Hand des
ASR Rt Van der Goschen, erhielt das Reych nach 10-jährigem Bestehen, den AHA-Orden, den die
Oberschlaraffen mit großem Stolz annahmen.
Der traditionelle Frühschoppen fand hoch über den Saaleauen, auf der teilweise wieder hergestell-
ten Burgruine Trimburg, statt. Hier konnten Ritter und Burgfrauen standesgemäß und in histori-
scher Umgebung nach Herzenslust atzen und laben. Musik und Bardengesang erklang in den alten
Mauern und sorgte für eine fröhliche Stimmung.
Dabei wurde die Idee geboren, jährlich im Wechsel mit der Rákóczisippung, die Winterung mit einer
Trimburgsippung zu beginnen. Diese wird erstmals am 27.09 a.U. 149 stattfinden.
Das Reych „An den Quellen” blickt mit froher Zuversicht auf die vor uns liegenden Jahrungen.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 414-415