173 Porta Hercyniae
Nachdem wir a.U. 120 unsere neue Burg bezogen hatten, waren die Voraussetzungen geschaffen,
um unserem Reych eine kontinuierliche Entwicklung zu gewährleisten. Die Portasassen und viele
Recken umliegender Reyche schufen ein reges, abwechslungsreiches Sippungsgeschehen. Auch
unsere Reychsausritte zeichneten sich durch eine gute Beteiligung aus. Höhepunkte waren stets
unsere Stiftungsfeste, die wir alle 5 Jahre im Kloster zu Maulbronn feierten - einer Sehenswürdigkeit,
die inzwischen zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Unsere Feste mit Burgfrauen zu Beginn jeder
Jahrung sprengten fast in jedem Jahr auch dank vieler Gäste die Mauem unserer Burg.
Nach einem Besitzerwechsel des Anwesens, in dem sich unsere Burg befand, steigerten sich die
Probleme von Monat zu Monat unerträglich, obwohl wir einen 25-jährigen Mietvertrag mit Verlän-
gerungsoption besaßen. Wir waren darum froh, als unser Rt. Mol a Mol uns die Möglichkeit zum
Erwerb einer eigenen Burg aufzeigte.
Nach langen Diskussionen und Abwägungen beschloss das Reych, mit dem Kauf eines Anwesens
im Frühjahr a.U. 138 das Wagnis einer eigenen Burg einzugehen. Nach der grundbuchmäßigen
Trennung eines Hauptgebäudes mit Gaststätte und eines Saals wurden nach Plänen unseres Rt Mol
a Mol Teile abgerissen, der Saal neu gestaltet und der Wirtschaftsteil mit Sanitäreinrichtungen neu
erbaut. Viele dieser umfangreichen Arbeiten wurden von unseren Sassen in unzähligen Stunden
selbst durchgeführt. Unser Rt Dinomax krönte das Werk mit einem beieindruckend großformatigen
Wandbild, einer Umsetzung des Merianstiches von Alt-Pforzheim. Am 16.12. a.U. 138 konnten wir,
stolz auf das Geleistete, unsere Burg feierlich einweihen.
Das Werk hätte aber nicht gelingen können ohne die Bereitschaft unserer Sassenschaft, den Kauf
und den Umbau unserer Burg mit bedeutenden Spenden und zinsfreien Krediten zu unterstützen.
Hierdurch war es uns auch möglich, die Fremdfinanzierung in Grenzen zu halten. Zur Tilgung tru-
gen viele Freunde bei, so auch das hohe Reych Stutgardia mit mehreren musikalischen Matineen,
deren Reinerlös unserem Burgbaufond zufloss. Ende a.U. 145 war unsere Burg schuldenfrei.
Leider mussten wir in den letzten 25 Jahren den Ahallaritt von 36 Sassen unseres Reyches bekla-
gen, stellvertretend für all diese Freunde seien die Rt Holzher, Jampus, Taktoplast und Medicant
genannt, die das schlaraffische Leben der Porta Hercyniae besonders prägten. Durch Austritte und
Reychswechsel verloren wir 20 Sassen, konnten aber durch Neueintritte und Zuzug im selben Zeit-
raum 30 neue Sassen gewinnen.
Die erfreulich vergrößerte Junkertafel lässt unser schlaraffisches Leben auch für die Zukunft gesi-
chert erscheinen. Nun sind wir damit beschäftigt, das 100-jährige Jubiläum unseres Reyches vorzu-
bereiten, das wir am 25.4. a.U. 150 im Kongresszentrum Pforzheim feiern werden.
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174 Villa ad aquas
A.U. 150 begeht unser Reych sein 100. Stiftungsfest – welch ein Jahrhundert! Gleich einer Fieber-
kurve spiegelt das Befinden des Reyches in den ersten 4 Jahrzehnten die Weltgeschichte wider;
doch von Neubeginn a.U. 89 an, lässt sich eine erfreuliche, eigentlich stete Vorwärtsentwicklung
beobachten.
Die Rückschau auf das vergangene Vierteljahrhundert beginnt mit einer Reminiszenz an unser 75.
Stiftungsfest. Es fand, wie schon das 50. Stiftungsfest, im Festsaal der Arbeiterkammer statt. Die
immer wiederkehrende Frage bei Festsippungen: Mit oder ohne Burgfrauen, wurde von Rt Kobolt
glänzend gelöst. Er organisierte eine Parallelveranstaltung für Burgfrauen und es war nicht zuletzt
diese Lösung, die das Fest bei allen Beteiligten in bester Erinnerung ließ.
A.U. 135 wurde unserem Rt Kobolt eine singuläre Ehrung zuteil: Er wurde von Rt Musi testamen-
tarisch zum ersten Nachfolge-Träger des „Musi-Ringes” erkoren, eines goldenen Uhu-Ringes. Er
bestimmte später seinerseits den Rt Nockwell (266) zum nächsten Träger dieses Wander-Ringes.
Das herausragende Ereignis war zweifellos der Erwerb des „Klosterhofes” a.U. 133, der unsere Burg
beherbergt. Eigentümer der in der Altstadt gelegenen Liegenschaft wurde der „Verein der Freunde
des Klosterhofes”, dem alle Sassen unseres Reyches beitraten, wobei insbesondere Rt Lawin die
erforderliche Überzeugungsarbeit zu verdanken war.
Das Gebäude, dessen Bestand bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, wurde vom
Bundesdenkmalamt als denkmalgeschützte Zone deklariert.
A.U. 144 vereinte uns mit zahlreichen Eingerittenen eine solenne Festsippung zur Feier des 30-jäh-
rigen Bestandsjubiläums in unserer Burg, wohl eine der schönsten im Uhuversum.
A.U. 131 kam es zu einer Initiative unseres Reyches, die in die Annalen der Villa ad aquas als „sanfte
Rebellion” eingegangen ist. Anlässlich einer Debatte konzentrierte sich der Unmut auf das aus-
ufernde Wachstum der Stammrolle bei gleich bleibender Mitgliederzahl. Ein Antrag unseres Rey-
ches zum Concil zu Vindobona a.U. 135, eine Stammrolle nur mit den relevanten Daten herauszuge-
ben, wurde abgelehnt. Die Befürworter der „großen” Stammrolle konterten, die Villa ad aquas wolle
die Tituls abschaffen. Die Frage sollte zur endlosen Geschichte werden. Klarheit könnte nur eine
Urabstimmung unter der gesamten Sassenschaft bringen.
Für das Wissen um die Gründung und die weiteren Geschicke unseres Reyches bedeutete a.U. 137
die Vorlage einer Reychschronik der Villa ad aquas, durch unser „Reychsgewissen” Rt Lawin, eine
nicht hoch genug zu preisende und stets mit seinem Namen verbunden bleibende Leistung.
Einen den üblichen Rahmen sprengenden Höhepunkt im Reychsgeschehen brachte die GU-Feier
für Rt Kobolt a.U. 141, ein Festakt, dem die Prominenz von ASR und SRA sowie 120 Einritte aus nah
und fern den würdigen Rahmen gaben.
Manche unserer „Heroen” haben uns während der letzten Jahrungen verlassen müssen, so ins-
besondere die Rt Kobolt (a.U. 143), Rt Bi2 (a.U. 146) und Rt Lawin (a.U. 147), doch zunehmend
bestimmt eine neue schlaraffische Generation die Geschicke des Reyches. Der „Klosterhof”, lädt
samt Garten und Nebengebäuden während der Sommerung nach wie vor jeden Donnerstag zur
„Kegliade” oder fallweise auch zu einem Sommerfest. Ein Höhepunkt der für alle Zeiten in den
Annalen unseres Reyches seinen festen Platz finden wird, war das 100. Stiftungsfest, das wir mit
hunderten Freunden aus dem gesamten Uhuversum im Ostermond a.U. 150 feiern durften. Am
Vorabend bereitete uns unser Tochterreych Alta Carinthia (362) unter dem Motto „Muttertag” eine
fulminante Sippung in unserer Krallenburg – ein Wochenende im Geiste Uhu‘s.
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