Wiesbadensia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 42 — Wiesbadensia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

42 Wiesbadensia
In der Mattiakerburg sippen wir – nach vielen Notburgen - als dritte Stutgardia-Tochter seit a. U.
111. Von hier ritten vor der politischen Wende viele Sassen unseres Reyches zu den Reychen, die „im
Verborgenen blühten”, insbesondere zur h. Lipsia und zur h. Erforda. Am Ende des Ostermonds a.
U. 138 übernahm die Wiesbadensia die Gastgeberrolle für den XVII. Deutschen Schlaraffentag mit
einer begeistert aufgenommenen Festsippung im wunderschönen Kurhaus und einem reichhalti-
gen Rahmenprogramm.
Ein ganz anderes Ereignis besonderer Art war a.U. 144 die Ehrung unseres unvergesslichen Ge-
neralzinkenmeisters Rt Großfürst Gewaltig - dessen Großursippen-Orden gegen Ende seines 94.
Lebensjahres durch die Verleihung des Lorbeers für 70 Jahrungen Schlaraffe nochmals in ganz
besonderem Glanz erstrahlte.
Aber auch die Auszeichnung a. U. 148 mit dem Lorbeer zum GU für Erb Rt Wüstling beim Eintritt
in das 99. Lebensjahr muss erwähnt sein. Darüber hinaus bleiben die Feiern der Thronjubiläen von
ErbO Rt Bucasso (25 J.) und von ErbO Rt Pipenbringk (50 Jahre ununterbrochen) in Erinnerung,
ohne deshalb andere Ereignisse wie etwa den Reychseinritt der h. Lipsia unmittelbar nach der Wen-
de hintanzustellen.
Die Musik wird hochgehalten im seit a.U. 130 alle zwei Jahre stattfindenden Turney um unsere
Papa-ge-nur-Zauberflöte. Aber auch normale Sippungen beeindrucken in unserem stets lethefrohen
Reych durch originelle, geistvolle Fechsungen. Eine enge Reychsfreundschaft wird seit a. U. 124
zum H. R. Castrum Brigantium (207) durch regelmäßige gegenseitige Reychsausritte und manche
dauerhaft persönliche Kontakte gepflegt. Am 6. III. a. U. 148 konnten wir in einer beschwingten
Festsippung mit einem von Gastrecken und Gästen gerühmten künstlerischen Niveau im Kreise
von vielen Eingerittenen und Burgfrauen unser 125-jähriges Bestehen feiern.
Glücklich sind wir wie jedes Reych, wenn Nachwuchs eingekleidet wird, wenn wir auch durch viele
Ahallaritte immer wieder betrübt werden und uns die Zahl der Pilger höher wünschten. Aber wir
halten Schritt mit der Zeit: Seit a.U. 146 ist das Reych durch eine homepage im Internet präsent.
Gegenwärtig liegt die aktuelle Sassenzahl mit mehr als 50 Sassen über dem Durchschnitt des Uhu-
versums.
Leider ist die Zahl der darstellenden Künstler kleiner als früher; die Zahl der Einritte von Sassen aus
allen Gemarkungen zeigt aber, dass eine Sippung bei der Wiesbadensia auch weite Wege lohnt.
Heute ist die Wiesbadensia ein eher literarisch geprägtes Reych, das aber jede Möglichkeit nutzt,
auch die Musik nicht zu kurz kommen zu lassen. In ihrem Selbstverständnis sind die Wiesbaden-
sen im Sinne ihrer Vorväter durchaus konservativ, was Spiegel und Ceremoniale anbelangt. Sie
sehen in der Bewahrung der schlaraffischen Tradition die Voraussetzung für eine weitere glückhafte
Entwicklung unseres Bundes.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
45 Moguntia
Der Bericht beginnt mit der 100-Jahr-Feier, die in Form einer Gerichtsverhandlung im Eltzer Hof
gefeiert wurde. Seit 38 Jahren sippen wir mit 80 Sassen in der Kapelle Heilig Geist 236.
A.U. 127 wurden 750 Jahre Heilig Geist gefeiert. A.U. 129 fand unser erstes Gutenbergturney statt,
das für das Uhuversum alle 5 Jahre wiederholt wird. Der Sieger erhält eine Silberkette auf Lebens-
zeit. Seit a.U. 92 kämpfen acht Rhein-Main Reyche mit je 1 Fechser im Zweijahresrhythmus um die
moguntianische Freundschaftskette, in der Regel nehmen 150 Sassen teil.
Eine seit 50 Jahren nicht ausgetragene Reychsfehde mit dem hohen Reych Wiesbadensia wurde
durch das Versenken des Kriegsbeils an der Loreley beendet und in ein alle zwei Jahre stattfindendes
Friedensfest umgewandelt. Anlässlich der „Freudentränensippung” des h. Reyches Terra Firma in
unserer Burg wurde eine Reychsfehde ausgesprochen. Walstatt war das hohe Reych Haidelberga.
400 Sassen erlebten den Sieg des h. Reyches Terra Firma.
In diese Zeit fällt auch die Erhebung von vier Ehrenschlaraffen, besonders zu erwähnen der Mainzer
L. Kalisch (ES Freiheit), der Schöpfer des Wortes „Schlaraffia”, das Rt Carl II. der Frauenprüfer (ES
Carl der Gründer) nach Prag gebracht hat. Dazu sind zwei Bücher unserer Sassen erschienen: „Kö-
nig Humor” und „Der Name Schlaraffia”.
Bedrückt erfuhren wir das Erlöschen unserer Tochter Nova Yorkia. Es erfolgte die Gründung der
Sippung der Donnerstagsreyche. A.U. 141 fand das 5. Gutenbergturney statt und wegen der Ehrung
zum „Mann des Jahrtausends” das Gutenbergfest im Schloss mit mehr als 500 Gästen.
Ein historischer Rückblick in 6 Szenen ehrte unseren Ehrenschlaraffen. Zur Werbung neuer Sassen
und für unsere Burgfrauen wurden die musikalischen Matineen eingeführt, die dreimal je Winte-
rung an einem Sonntag jungen Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit geben.
Damit erfüllen wir den Status als e.V. A.U. 145 richteten wir das Versöhnungsfest der h.R. Asciburgia
und Elberfeldensis aus. Grund war der Bewerbungskampf um die Organisation des XX. Deutschen
Schlaraffentages.
Unsere Junkertafel stritt mit dem h. Reych Herbipolis um den „Firlefanz-Humpen” und belegte
einen ehrenvollen 2.Platz. A.U. 147 zog ein Fähnlein von 35 Sassen und Burgfrauen gen Danzig,
um dort den Jk Stanislaw zum Rt Goldwasser zu schlagen, eine erste Bastion für unsere erloschene
Tochter Gedania.
A.U. 148 fand unser 125. Stiftungsfest im Mainzer Schloss mit 700 Gästen statt. 10 Szenen gaben
einen lockeren Überblick über die Reychsgeschichte. Am folgenden Tag rundete das Allschlaraf-
fische Orchester das fröhliche Fest ab. Zu diesem Fest haben wir auf den 125 Jahre alten Namen
AUREA MOGUNTIA zurückgegriffen.
Viele Reychsausritte wurden unternommen, die durch alle Gemarkungen führten. Die mobile Jun-
kertafel reiste in dieser Zeit in die europäischen Gaue und auch gen Ahamerika und Afrika.
Wir haben unsere Burg renoviert. Es wurde eine Höranlage angeschafft, und außerdem ein Treppen­
lift eingebaut. Im Berichtszeitraum wurden 62 Sassen aufgenommen, was eine nahezu gleich blei-
bende Sassenzahl bewirkte. Der Generationswechsel bei Wahrung des Standards war schwer.
Mit einem Durchschnittsalter von zur Zeit 64,5 Jahren bleibt das Bemühen um neue Sassen erste
Pflicht. Die Neuschaffung eines Pilgervaters und eines dazu gehörenden Ordens, der Prüflingsbrin-
ger auszeichnet, soll Anreiz schaffen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 264-265