Das Allschlaraffische Archiv

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Geschichte und Bestand des Allschlaraffischen Archivs

Volltext

beeindruckender Form einem größeren Publikum präsentieren. Freilich sei auch in den Sippungen
gepflegte Kunst auf hohem Niveau nicht vergessen. Nur so wird es gelingen, geeignete Männer für
unseren schönen Bund zu finden. Das ASO hat diesem Bestreben in einer gar nicht hoch genug zu
schätzende Aufgabe bisher erfolgreich gepflegt. (Rt NotArtus, 29)
Mehr als zwei Jahre hatte es gedauert von der Idee bis zum 11. Konzert des ASO am 23. 4. a.U.
131 in der einstigen kurfürstlichen Residenz zu Mannheim, im größten Barockschloss der Welt.
Drei DSR-Mitglieder, voran Schirmherr Rt Shin-Shu, vernahmen mit Stolz aus Beifall und Urtei-
len der Freunde und Profanen, dass das ASO die an dieser Stätte hochgesteckten künstlerischen
Erwartungen bravourös erfüllte. Nicht minder wunderte sich der profane Kritiker, dass eine Frau
„den schönen minniglichen Klang“ vorgab. Es war immerhin die berühmte Charlotte Cassedanne,
Soloharfenistin im Orchester des hessischen Rundfunks, Burgmaid des wld Rt Ton Ikarus (329). Mit
dem Kammervirtuosen Rt Flautophilos (Flöte) erstrahlte das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester
in all seiner heiteren Pracht.
Nach dem 13. Konzert in der Martinskirche zu Basel erreichten uns Danksendboten des ASR, die
hier auszugsweise wiedergegeben werden: „Die Tage von Basel sind verrauscht. Ein Höhepunkt war
das illustre Konzert des ASO in der Martinskirche .... Ich bitte Dich auch nochmals, dem Orchester
bei gegebener Gelegenheit meinen ausdrücklichen Dank zu übermitteln“. Florett (16.10. a.U. 130).
Und Rt Pressofix schreibt u. a. in DSZ (8/130): „Der Schlaraffenmarsch, den vor mehr als 100 Jah-
ren Rt Arion vom Zürichsee komponierte, schließlich „Wie könnt ich Dein vergessen..“, souverän
gesungen von Rt Robinhut (50) ließ auch die Burgfrauen spüren, dass dies ein besonderes Lied, ein
ungewöhnliches, unvergessliches Konzert war.”
Auf dem Programm des 16. Konzertes zu Berolina standen Werke von ES Ozean, ES Don Juan
(Violinkonzert A-Dur mit Rt Geh-Du (402) als Solist), ES Erlkönigs Symphonie Nr. 5 B-Dur, sowie
der Hymnus „Wie könnt ich dein vergessen“. Stehend applaudierte ein begeistertes Publikum. Als
Dank für seine hervorragende Arbeit beim Aufbau und der Entwicklung des ASO durch acht Jahrun-
gen ernannte das Orchester Rt Kannalles (29) zum Ehrendirigenten.
Beim 29. Konzert am 29.02. a. U. 137 in der Musikschule von Aschaffenburg, drehte sich alles um
die Zahl 29, Beginn Glock 19.29. Die mystische Zahl 29 stand im Mittelpunkt des Abends, es wur-
den ausschließlich Werke mit der Opuszahl 29 aufgeführt.
Zur Konzertreise des ASO nach Nordamerika vom 3. bis 10. im Ostermond a.U. 137 lesen wir:
„Eine Organisationsaufgabe, die fast als übermenschlich zu bezeichnen ist. Vorbereitungen, Kon-
taktaufnahmen, Anmeldungen, Zusammenführen der Orchestermitglieder, Proben, Betreuung der
Mitausreitenden. Ein Arbeitsaufwand von mehr als einem Jahr. Eine Aufgabe, die in der durchge-
führten exakten Gestaltung nur von Idealisten
zu bewältigen ist und ein schlaraffisches Ereig-
nis, von dem noch lange zu reden sein wird.”
Das Benefiz-Konzert für die SOS-Kinderdörfer
Schlaraffia Austria wenige Monate später bleibt
in Erinnerung durch das Ambiente der wunder-
vollen Basilika Stift Stams und durch harmo-
nisches Musizieren im intimeren Kreis eines
Kammerorchesters.
Auf Initiative von Ehrenmitglied des ASO, Rt
Seefest (76) und dessen Verhandlungen mit
den zuständigen Stellen in Dresden, gelang es,
Ehrendirigent wld Rt Kannalles (29)
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in der Unterkirche der im Aufbau befindlichen Frauenkirche ein Benefizkonzert zu gestalten. Solis-
ten des Konzertes: Mathias Schmutzler (Solotrompeter der Dresdner Philharmonie); Emil Horvath
(Rt Goldmassing, 153) und Roland Wagenführer (Rt Frohsang, 27). Eine Spende von DM 10.000
konnte der Stiftung Frauenkirche übergeben werden.
Bei den Konzerten No 42, 43, 46 im Jagdschloss Kranichstein und 55 in Gmunden (Österreich)
bewährte sich das ASO als Opernorchester. Rt Phil-Viertel, 121/29 hatte die einzige Oper Christoph
Graupners (1683 - 1760) aus seiner Darmstädter Zeit „La constanza vince l‘inganno“ im Archiv zu
Darmstadt entdeckt und sie aus der Vergessenheit hervorgeholt. Es waren die ersten Wiederauffüh-
rungen mit dem ASO seit Graupners Zeit.
Nach den Reisen des ASO gen Nordamerika, ja sogar bis Thailand und Australien hat es in der Zeit
vom 2. bis 14. Ostermond a. U. 145 die südamerikanischen Gemarkungen besucht und mit großem
Erfolg Konzerte in Argentinien (Reyche Bonaerensis und Rio Platensis) und Brasilien (Reyche Cu-
ritibana, Paulista und Rio Carioca) unter dem Dirigat von Rt Curioso (17) veranstaltet und unseren
Wahlspruch „in arte voluptas“ auch hier würdig vertreten.
Unsere südamerikanischen Freunde haben immer wieder hervorgehoben, wie wichtig es für sie
Das Allschlaraffische Orchester im Elysium
Konzert am 17.6. a.U. 125 zu Bamberg – Dominikanerkloster
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war, die schlaraffische Idee für die Mitglieder und
Sympathisanten unseres Bundes in hellem Licht
erstrahlen zu lassen und auch Alteingesessenen nä-
her zu bringen. Das Programm war dicht gedrängt,
aber Dank der vorzüglichen, minutiösen Vorberei-
tung und Organisation konnte es problemlos ein-
gehalten werden.
Das 67. Konzert in Aschaffenburg am 1. April a.
U. 147 teilte sich in zwei Aufführungen. Das Or-
chester spielte zunächst in großer Besetzung im
Stadttheater unter dem Dirigat von Rt Robinhut
(50) zum Festakt 125 Jahre Schlaraffia Asciburgia.
Der Schlaraffia Zeyttungen Nr. 05/147 schreibt: „...
Das Schlaraffische Fußvolk konnte sich davon über-
zeugen, dass die Gründung des Allschlaraffischen
Symphonie-Orchesters (ASO) im Brachmond a.U.
123 zu Asciburgia eine der wahrhaft großen kultu-
rellen Leistungen Allschlaraffias war. (Mäc Fläsch,
86). Auch im zweiten Teil der Festlichkeiten am
Abend im großen Saal der Stadthalle hatte sich das
Orchester mit einer eigens dafür zusammengestell-
ten Bläsergruppe aus 29 Musici bestens präsentiert. Nicht nur die Intrade und die Begleitung der
Lieder wurde unter der Leitung von Rt Mal sehn (357) bestens bewältigt, sondern es hat sich bei
Stifterbrief
ASO-Konzert am 23.4. a.U. 130 im Rittersaal zu Mannheim - Flautophilos - Kannalles - Bm Ton Ikarus
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dem Vortrag „Das ASO im Elysium“ auch
von seiner humorvollen Seite, (mit Bum-
bass!) gezeigt.
Die Konzerte Nr. 70 (Schloss Kirchheim),
71 (Benefiz-Konzert) und 72 (Schloss
zu Mainz) waren der Abschluss einer
25-jährigen, erfreulichen Entwicklung. Die
Mitglieder des Orchesters haben Freund-
schaften geschlossen und auch in kleine-
ren Besetzungen das Sippungsgeschehen
in manchen Reychen verschönt. Das ASO
hat bewiesen, dass in Schlaraffia eine hohe
musikalische Substanz ruht und dass sich
in unserem Leitmotiv „In Arte Voluptas“
die Begegnung froher, kunstsinniger Men-
schen spiegelt.
Dem Allschlaraffenrat und den Schirm-
herren Rt Florett (I), Rt Shin-Shu (II), Rt
Inkasso (III) und Rt Salomon (IV) sei uhu-
herzlich gedankt für ideellen und materiel-
len Zuspruch, Berichterstattungen in DSZ
und bei schlaraffischen Hochfesten.
Dank den aktiven Musici für pausenlosen
Einsatz und Dank allen Freunden und Gönnern für materielle Zuwendungen. Möge dem ASO auch
in Zukunft ein glücklicher und erfolgreicher Weg geebnet sein. Habet Dank!
Tonio (29)
Wl

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 85-92