Bi de hoge Brügge

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 343 — Bi de hoge Brügge. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

343 Bi de hoge BrÜch
In Ergänzung zur letzten Chronik ist noch zu berichten, dass unser Reych schon kurz nach seiner
Gründung zwei Ehrenschlaraffen erkürte. Unserem Gründungsritter Waldgeist zuliebe den ES „Flo-
rian” (Gerhard Hauptmann) und als Reych in der Mitte Schleswig-Holstein heimatverbunden den
ES „Lütt Matten” (Klaus Groth) als Garant der platt-deutschen Sprache, wie sie im Reyche getreu
gepflegt wird.
Ferner ist nachzutragen, dass der Rt Gock-Couleur a.U. 121 erneut eine Reychsfehde vom Zaune
brach, diesmal traf es das unmittelbare Nachbarreych, die h. Kilia. Nach mehreren äußerst knappen
Niederlagen gelang diesmal ein eindrucksvoller Sieg in Travemünde, die Walstatt wurde von der h.
Lubeca prächtig bereitet.
So gestärkt und in nimmermüder Arbeit an Hof und Hufe wurden diese gezielt erweitert, so dass
zum Einflussbereich des Reyches der nahegelegene Armensee einbezogen wurde musste. Zunächst
nur regelmäßig abgefischt, gelang es mit der Zeit dort eine starke Flotte zu stationieren zum Schut-
ze des Reyches.
Mit wechselnden Besatzungen werden maritime Übungen abgehalten, die sich inzwischen zu richti-
gen Seemanövern entwickelten und sich unter dem fachmännischen Oberbefehl des Rt Lord Hom-
blower auch in allen Nachbar-Reychen großer Beliebtheit erfreuen.
Auch zu unserer eigentlichen Heimatstadt Rendsburg wurden feste Bindungen weiter gestärkt ,
indem der Graf Gerhard der Große, der Gründer der Stadt und zeitweilig Herrscher über Schleswig-
Holstein und ganz Dänemark, in das Sippungsgeschehen aufgenommen wurde. Rt Veerkannt rief
a.U. 129 den ersten Convent der Ritter der Gerhards-Runde zusammen, die sich inzwischen beacht-
lich erweiterte und turnusmäßig zusammentritt.
Am 28.10 a.U. 144 haben wir einen dritten Ehrenschlaraffen erkürt: Benno Strandt. Er blieb seiner
Heimatstadt Hamburg treu. Aber wie so oft im Leben, auch im schlaraffischen, gilt der Prophet im
eigenen Lande nicht immer viel. Er fuhr viele Jahre in Hamburg Taxi, und avancierte über Nacht zum
bekannten Schlagertexter. Was er schrieb, gipfelt in ausgefeilten, überraschend witzigen Pointen.
Alle seine Lieder und Gedichte riechen nach Salzwasser und Hafen.
Benno Strandt schrieb nicht nur Heiteres, auch Besinnliches und vor allem platt-deutsche Texte
liebte er. Es war anfangs nicht einfach, ihn „durchzusetzen”, war er doch kein Goethe, Schiller oder
wie sie alle heißen. Aber das gab sich sehr schnell. Benno Strand wurde zum Ehrenschlaraffen „Fin-
kenhude”. Und zur Zufriedenstellung allerhöchster schlaraffischer Ansprüche haben wir ja notfalls
noch Klaus Groth und Gerhard Hauptmann.
Obwohl wir viele Freunde nach Ahalla entlassen mussten, hat sich der Sassenstand des Reyches
erfreulich gehalten, heute sind es 38 Schlaraffen. Die Junkertafel ist prall gefüllt und wir erfreuen
uns zahlreicher Einritte, was auch an der guten Betreuung durch unsere Ur- und Erbstyxin, Frau
Neumann, liegen wird. Ihre bodenständigen Atzungskreationen sind im Uhuversum sehr beliebt.
Am 22. im Windmond a.U. 149 feiert unser Reich sein 50. Gründungsfest.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
344 Perla Sylta
Heiterkeit und Höhenflüge, Glanzvolles und Genüssliches, Aktivitäten und Abschiede – auch im
Reyche „Perla Sylta” ging es in den vergangenen 25 Jahrungen fast wie im profanen Leben zu.
Die Winterung a.U. 125 wurde durch das 25-jährige Stiftungsfest dominiert. Sassen aus sage und
schreibe 41 Reychen machen sich am 25. im Lenzmond auf den Weg in den hohen Norden – ange-
sichts dieses regen Andrangs wurde der Westerländer Kursaal kurzerhand zur Festburg geweiht.
Groß war die Freude, nachdem a.U. 127 drei Junker zu Rittern geschlagen wurden. „Denn nun ent-
stand an den Junkertafel eine gähnende Leere für viele Jahrungen”, klagte ein früherer Chronist und
orakelte: „Das Reych droht in einen schlaraffischen Tiefschlaf zu fallen.” So weit kam es zwar nicht,
doch erst a.U. 131 füllte sich die Junkertafel wieder mit drei frisch gebackenen Knappen.
Ein freudiges Ereignis galt es a.U. 137 zu feiern, hatte sich der wackere Rt Casa-Nova doch 25 Jahre
auf dem Thron behauptet. Unter den weiteren Festlichkeiten unvergessen: Der Reychsausritt ins
schwedische Malmö zum „1. Nordischen Brückenturney” a.U. 141 sowie das 2. Musikfest im Nor-
dischen Sprengel, das a.U. 142 in Westerland zelebriert wurde. Auf Initiative von Rt Tassadur (389)
intonierten 30 Sassen aus verschiedenen Reychen klassische wie auch schlaraffische Lieder. Für die
140 anwesenden Sassen ein wahrlich klangvolles Erlebnis.
„Auf Sylt ist alles anders”, lautet eine gängige Insel-Weisheit, und davon macht auch das Reych
„Perla Sylta” keine Ausnahme. Über die Grenzen des Eilands gerühmt wird etwa die Feuerzangen-
bowle-Sippung, die alle drei Jahrungen angesetzt wird. Deftig und rauh geht‘s derweil alle zwei
Jahre bei unserer Piraten-Sippung zu – nur wer die „Strapazen” tapfer übersteht, wird mit einem
„Piratentitul” belohnt.
Doch „Perla Sylta„ zeigt auch ein Herz für Tiere: Seit geraumer Zeit haben wir die Patenschaft für
zwei Uhus in einem Tinnumer Tierpark übernommen. Der emsige Styx Rt Sün Herr freut sich daher
stets über Trinkgeld, das in der „Uhu-Kasse” klimpert.
Gegenwärtig verzeichnet unser Reych 22 Ritter, 4 Junker und einen Knappen. Erfreulicherweise
mangelte es in den vergangenen Jahrungen nicht an Nachwuchs, von dem es die ersten Zöglinge
bereits zu Rittern gebracht haben. Die Kunde von unserem allzeit fröhlichen Reych wird weit in die
Welt hinein getragen.
Da die Insel Sylt auch für viele Schlaraffen als Urlaubsziel in Deutschland ganz oben steht, können
wir bei den Sippungen und Krystallinen stets zahlreiche Einritte verbuchen. Bei aller Freude am
schlaraffischen Spiel gedenken wir aber auch jener Sassen, die gen Ahalla geritten sind. Darunter
unsere verdienten Erzschlaraffen Rt Sturmbläser, Rt Lust-Cullus und Rt Energos. In ganz besonde-
rer Weise gedenken wir auch unserem wld Rt Intarsius von Klotschenbroda (Prima Canadensis) der
bis zu seinem letzten großen Ritt als offizieller Botschafter der „Perla Sylta”im ganzen Uhuversum
verbreitete, wie schön es sich hier sippen lässt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 428-429