Am Stauffen

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 268 — Am Stauffen. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

268 Am Stauffen
Wir sind umgezogen. In intensiven Diskussionen um Kauf oder Miete bedurfte es schlaraffischer
Freundschaft und Toleranz, die unterschiedlichen Meinungen abzuwägen und zu einem guten Er-
gebnis zu führen. Wir haben schließlich Räumlichkeiten in einem Industriegebiet, dem Stauferpark,
gemietet und mit viel Eigenarbeit eine prächtige Burg hingestellt.
Wir und die einreitenden Gäste fühlen uns sehr wohl. In der ersten Winterung a.U. 147/148 haben
Rt Flegelleicht mit Burgfrau die Bewirtung übernommen. Jetzt kümmern sich zu jedem Sippungs-
abend Stauffensassen wechselnd um Speis und Trank. Was gab es noch? Die uhulympischen Win-
terspiele, die wir auf Anregung des Rt Bayubazi a.U. 131 mit dem Reych Wilhaim durchgeführt und
a.U. 137 und a.U. 146 wiederholt haben.
Gerne erinnern wir an unser 66. Stiftungsfest a.U. 134. Wir haben es zusammen mit dem Reych
Porta Alpina Constantiae 267 auf der Insel Mainau durchgeführt. Das 75. feierten wir wieder in
heimischer Umgebung, in Gammelshausen. 94 Gastrecken aus 26 Reychen halfen uns beim Feiern
und lauschten der Ansprache des ASR Rt Inkasso. Nach wie vor veranstalten wir unser alljährliches
Sommerfeste mit dem Convent der Bruderschaft vom Barte Barbarossas.
Die ritterliche Gesellschaft der Fils- und Krummschiffer sippt fröhlich um Fasching. Es gibt auch
einige Personalia, die wir stolz berichten können. So wurde unser Rt Famoso im Ostermond a.U.
138 auf dem 42. Schlaraffentag in der Wiesbadensia in den Stand eines deutschen Schlaraffenrates
erhoben. Dieses Amt führte er, so wie wir ihn aus unserem Reych kennen, spiegelgemäß und sou-
verän bis a.U. 147 aus.
Eine besondere Erwähnung verdient natürlich auch Rt Rambas, der als dienstältester Kantzler des
gesamten Landesverbandes Deutschland, sein Amt nach 32maliger Wiederwahl a.U.148 niederleg-
te. Schließlich will er seinem Nachfolger noch ein wenig zur Seite stehen und viele Jahre unbelastet
sippen können. Nicht ganz so prominent, aber dennoch erwähnt, sei unser Rt Wieduschalk: Er
hat a.U. 131 aus profanen Gründen nach zehnjähriger Zugehörigkeit das Reych verlassen. Nach 15
Jahren hat er wieder den Weg zu uns gefunden und sich ein zweites Mal von seinem einstigen(!)
Junkermeister, Rt Tipp, auf ein Leben als Schlaraffe vorbereiten lassen. Leider konnten wir uns nicht
nur über Sassen freuen, manches Mal mussten wir auch trauern, weil uns ein Sasse verließ, um den
Ritt nach Ahalla anzutreten.
Im schlaraffischen Spiel hat jeder seinen eigenen Platz, auf dem er wichtig für das Spiel ist. Dabei
braucht es aber auch besondere „Dienstleister”, die ihre Fähigkeiten, etwa als Oberschlaraffe, an
herausgehobener Stelle einbringen. Solche waren unsere Rtt Hans Dampf und Gernbereit, die uns
a.U. 131 und a.U. 145 in biblischem Alter gen Ahalla verlassen haben. Ihr Ruf als fast schon begna-
dete Oberschlaraffen ging weit über die Gemarkungen des Sprengels hinaus.
Sie seien genannt, für all die anderen, die wir nur noch in der Erinnerung zu uns holen können. Den
letzten Bericht haben wir stolz mit der Feststellung beschlossen: „Unser Reych ist in den besten Jah-
ren”. Und diesmal? Wir hatten gute, beste und bessere Jahre. Möge es noch lange so weitergehen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
269 An den Zwo Pruggen
Die letzten 25 Jahre waren für die Sassenschaft unseres Reyches im Hinblick auf die Reychsstruktur
und das Sippungsgeschehen recht abwechslungs- und auch erfolgreich. Wenn es uns auch wieder­
um nicht gelang eine eigene Burg zu bauen, so machten wir aus der Not eine Tugend und zogen
a.U. 127 in unsere derzeitige Notburg im Hotel „Rosengarten am Park” ein, in der wir uns gut auf-
gehoben fühlen, zumal hier insbesondere das Ambiente stimmt.
Die Sassenzahl hat sich nur geringfügig erhöht, sodass man zunächst eine gewisse Konstanz ver-
muten könnte. Die Fluktuationszahlen zeigen jedoch ein anderes Bild. Insgesamt hatten wir in
diesem Zeitraum 13 Neuzugänge, darunter 2 Fahrende aus anderen Reychen.
Den Ahallaritt mussten bedauerlicherweise 7 Sassen antreten, freiwillig ausgetreten sind 4 Sassen.
10-mal erhielten Junker den Ritterschlag. Zum Zeitpunkt des Chronikbeitrages zierten 27 Ritter und
1 Knappe die Stammrolle. Außerdem warten 1 Prüfling und 1 Pilger auf ihre Kugelung.
Feierlich begangen wurden 2 Stiftungsfeste unseres Reyches, jeweils in der zur Festburg erklärten
Fasanerie Zweibrücken, wo einst der Polenkönig Stanislaus Leszcynski ein Lustschloss errichtet
hatte und dort zeitweise Asyl, Erholung und Abwechslung suchte und auch fand.
Zum 70. Stiftungsfest am 12.4. a.U. 138 zierten 190 Gäste, die aus 14 Reychen gekommen waren,
unsere Festburg. Beim 80. Stiftungsfest am 21.4. a.U. 148 waren es deren 214 aus wiederum 14
Reychen, darunter Fähnlein aus unserem Mutterreych Baruthia, aus dem Schwesterreych Curia Sa-
lensis, aus dem Großmutterreych Norimberga und von unserer Ziehmutter Sarebrucca. Selbstver-
ständlich waren auch unsere Nachbarreyche zahlenmäßig stark vertreten.
In den letzten 10 Jahrungen haben wir in unseren Sippungsfolgen immer ein bis zwei Reychsausritte
verbindlich festgelegt, um damit die Außenaktivitäten unserer Sassen zu unterstützen. Auch sind
die „Montagssipper”-Veranstaltungen (Pfalzbruggen, Landes-Aue, Lulutetia Parisiorum und unser
Reych) eine ständige Einrichtung geworden, ebenso das Turney der saar-pfälzischen Reyche um die
„Heribardus-Kette” (163).
Unser Reych wird gerne besucht. Recht selten sippen wir ohne Gastrecken. Dass die Verleihung des
bayerischen Kronenritter-Ordens u.a. auch den Besuch unseres Reyches erforderlich macht, belebt
die Einritt-Szene. Die Altersstruktur unserer Sassen ist bei einem Durchschnittsalter von 72 Jahren
alles andere als günstig.
Nachwuchswerbung ist deshalb nach wie vor ein vordringliches Anliegen. Andererseits konnten wir
vermehrt Altersjubiläen, wir Urs-, GU- und sogar Brillanten zum GU-Verleihungen, feiern. So wurde
z.B. der GU-Orden 8-mal und die Brillanten zum GU-Orden 2-mal verliehen.
Selbstverständlich werden auch unsere lieben Burgfrauen in angemessenem Umfang an unserem
schlaraffischen Tun beteiligt. Insbesondere unsere alljährliche Uhubaumfeier und die Fastnachts-
Krystalline sollen in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Zum Abschluss wollen wir versi-
chern, dass wir alles mögliche tun werden, um das Uhunest „An den Zwo Pruggen” zu erhalten.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 371-372