Prima Canadensis

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 337 — Prima Canadensis. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

337 Prima Canadensis
Anlässlich der 17. Reychstagung des Landesverbands Nordamerika in den Gemarkungen der Pri-
ma Canadensis im Wonnemond a.U. 149 beging das erste Reych auf kanadischem Boden sein 50.
Stiftungsfest. Bemerkenswert ist dabei, dass nach fünfzig Jahren seit der Gründung noch der Grün-
dungsritter PRAGAmemnon (zuvor Claudium forum) und die Erzschlaraffen Rtt Arzgebarch und
Medinegro im eigenen Reych, sowie die Rtt Moniero und Rohrspatz (jetzt in befreundeten Reychen)
nach wie vor aktive Schlaraffen sind.
In der Chronik Band II, S. 606 und Band III, S. 443 ist nachzulesen, wie es gelang, dem Uhu im
damals noch uhufinsteren Kanada ein sicheres Nest zu bauen. Es gesellten sich dann sechs weitere
Reyche in Kanada hinzu, wovon eins, Am Silbersee, mittlerweile erloschen ist. Ein herzliches Ver-
hältnis besteht zwischen all diesen Reychen in Kanada und die gegenseitigen Einritte sind so häufig,
wie man es bei den stattlichen Entfernungen zwischen den Burgen erwarten kann.
Einige wenige statistische Daten sind erwähnenswert. So haben in den letzten 25 Jahrungen 16
liebgewordene Sassen und 11 Ehrenritter den weiten Ritt in die lichten Gefilde Ahallas angetreten,
getreu dem Schlaraffenschwur, bis zum letzten Atemzug Schlaraffia die Treue zu bewahren. Ein
Sasse wurde in Porta Pacifica sesshaft und acht schieden durch freiwilligen Austritt oder Streichung
aus. Dem steht gegenüber, dass in diesen 25 Jahrungen 41 Neuaufnahmen den Sassenstand berei-
cherten. Im Hinblick auf die in diesen letzten Jahrzehnten stark zurückgegangene Zuwanderung
deutschsprechender Männer ist dieser Nachwuchs doch begrüßenswert.
Viele Feste wurden gefeiert, Einritte aus Europa wie aus den USA und anderswo sind nicht selten
und die gern gesehenen Besucher erfreuen sich der Gastfreundschaft in der profanen Stadt Edmon-
ton, der Hauptstadt von Alberta. Eigene Sassen reiten oftmals in befreundeten Reychen im Uhuver-
sum ein, die eigene Freundschaft zu überbringen. Wohl geplante Themensippungen wie Sippungen
mit freiem Fechsungsvorrang sorgen für Ernst und Humor in der Veste Maxi-muss, wie die Burg
nach dem Gründungsritter, wld Praga-Ritter Maxi-muss der Domokrat benannt wurde.
Burgfrauenabende und sommerliche Krystallinen bieten die Gelegenheit, den Burgfrauen für ihre
oft begeisterte Unterstützung Dank zu sagen. So mancher Würdenträger wie Reychsbeamter erwarb
mit über zehnjähriger fruchtbarer Tätigkeit den Erbtitel, und Rt Jan Maat wurde gekürt, dem LVNA
a.U. 124-134 als Vorsitzender zu dienen und a.U. 125-135 Sitz und Stimme im Allschlaraffenrat zu
haben.
In jüngster Zeit, nämlich am 20. 10. a.U. 148 reiste der Vorsitzende des SRNA Rt Siebenhitze eigens
zu einer Festsippung der Prima Canadensis, um den Rtt Jan Maat, Phil-o-atz und Sandfloh mit dem
Treuebrief für 40-jährige Zugehörigkeit auszuzeichnen und Rt Arzgebarch den Großursippenorden
für 50-jähriges Schlaraffentum zu verleihen, während, ebenso zu diesem Anlass gereist, Rt Ton DIN,
Vorsitzender des Allschlaraffenrates, Rt PRAGAmemnon mit den Brillanten zum Großursippenor-
den für 60 Jahre in Schlaraffia belohnte.
Wie stets und überall ist es jedoch die gesamte Sassenschaft und eine sich stets regenerierende
Junkertafel, die das Leben in der Burg bestimmen und damit Garanten werden, dass Prima Cana-
densis weiter blühen und gedeihen wird – zu Uhus Ehre und weiteren Generationen von Schlaraffen
den Weg zu weisen.
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338 Trutze Achalm
Es hat sich schon einiges geändert in den vergangenen 25 Jahrungen: so mussten wir die sechste
Burg, in der wir fröhlichen Schwaben gehaust hatten - so steht es im Band III der Chronik Allschla-
raffia - am 9.11. a.U. 141 aufgeben, da der Mietvertrag abgelaufen war. Aber wir wurden schnell
fündig und bereits am 7.12. a.U. 141 war es dank vieler fleißiger Hände unserer umtriebigen Sassen
möglich, die neue Achalmburg in der Bahnhofstraße 30 zu weihen. Diese kann zwar keine 125
Schlaraffen mehr aufnehmen, sie passt aber maßgeschneidert zu der inzwischen auf 23 Mitglieder
geschrumpften Sassenzahl unseres Reyches.
Unser neues Uhunest - es umschließt unser Spiel und gibt uns Halt - ist für uns zum Mittelpunkt
unseres Schlaraffischen Seins geworden. Mit über 350 Einritten pro Winterung sind es die vielen
Freunde aus nah und fern, die uns gar nicht spüren lassen, wie klein (aber fein) unser Reych inzwi-
schen geworden ist. Dabei erfreuen wir uns zurzeit an einer hoffnungsvollen Junkertafel mit einem
Junker und vier Knappen.
Der Aufstieg von Reutlingen zur 9. Großstadt in Baden-Württemberg hat trotz aller unserer Bemü-
hungen bisher leider nicht dazu beigetragen, den Mitgliederbestand zu erhöhen. Aber wir schauen
zuversichtlich in die Zukunft! Es waren schwere Zeiten, in denen Oho unser Reych gleich dreimal
mit jeweils drei Ahallaritten pro Jahrung getroffen hat und so unsere Sassenzahl reduzierte. Auch
unsere Gründungsritter waren davon betroffen. Und so werden wir unser 50. Stiftungsfest a.U. 149
ohne sie feiern müssen. Eine Epoche, die nicht mehr wiederholt werden kann, ist mit ihnen zu Ende
gegangen. Trotzdem ist es uns gelungen, diese schmerzlichen Lücken wieder zu schließen. Oft
staunen wir selbst, was eine kleine Mannschaft mit großem innerem Zusammenhalt und gelebter
Freundschaft alles bewältigen kann. So pflegen wir, seitdem der ehemals gleiche Sippungstag verän-
dert wurde, einen engen, erfreulichen und vielfältigen Kontakt zu unserem fürsorglichen badischen
Mutterreych, dem h.R. Porta Hercyniae.
Mit unserem Bruderreych, dem h.R. Hohentübingen, wechseln wir jährlich bei den JuKnaSi die
Verantwortlichkeit und führen dieses „Spektakel” abwechselnd in 327 oder 338 durch. Eine große
Anzahl von Freunden, die deswegen einreiten, signalisiert uns immer wieder, wie lebendig und vor
allem außergewöhnlich die Einfälle des beidseitigen Nachwuchses sind, und gibt uns zu verstehen,
dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.
Schon zu Zeiten unserer Gründungsritter ist zum h.R. Maninheimbia trotz der großen Entfernung
eine tiefe Freundschaft entstanden, die sich durch gegenseitige Einritte zu der uhuversumweit be-
kannten Reutlinger Pastetenatzung - in unserem Reych - und im darauf folgenden Jahr zur immer
bekannter werdenden Spargelatzung - im h.R. Maninheimbia - ergänzt und auch erneuert.
Und einmal jährlich, immer im Eismond, ist eine Mutschelsippung angesagt, bei der um das Reut-
linger „Nationalgebäck”, die Mutschel, gewürfelt wird. Mit großer Begeisterung geht es um Spiele
mit so kuriosen Namen wie „Langer Entenschiß”, „Nackets Luisl”, „Einsame Filzlaus”, „Der Wäch-
ter bläst vom Turm” usw. „Mutscheln” ist eine jahrhundertealte Reutlinger Tradition, die auch schon
umliegende Reyche von uns übernommen haben und ebenfalls mit Begeisterung spielen.
In unserem lebendigen kleinen Reych Trutze Achalm, in dem ständig jeder Einzelne gefordert ist,
nehmen wir uns trotzdem die Zeit fürs Ausreiten und beherbergen so einen „DFO-Ritter” und drei
„BASTA-Ritter” (Kl. 1,2,3) in unseren Reihen. Die silber-blaue Rüstung wird weiterhin im Uhuversum
vielfach zu sehen sein und auch die Worte unseres Ehrenschlaraffen „Rosendoktor auf Achalm”
haben für uns nach wie vor tiefe Bedeutung: „Nichts ist schöner, als mit Freunden zu leben!”
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Quelle: Chronik Band IV, S. 422-423