Detroitia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 273 — Detroitia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

273 Detroitia
Mit Recht waren wir stolz auf unsere Burg im Osten Detroits. Unter Rt Konterfeys künstlerischer
Leitung wurde ein alter Laden in einen mittelalterlichen Burgsaal verwandelt. Die Sassenschaft war
auf 56 angestiegen; wir waren damals das mitgliederstärkste Reych im LVNA. Wir sippten dort 20
Jahre. Bald jedoch stellten sich Sorgen und Nöte ein.
Die Gegend um unsere Burg wurde immer unsicherer. Die sozio-ökonomische und demografi-
sche Zusammensetzung veränderte sich; die Nachbarschaft verfiel. Obwohl wir an jedem Abend
für eine Wache berappen mussten, wurden nicht nur Radkappen und Räder, sondern auch ein Auto
gestohlen.
Wir scheuten uns, Gäste zu laden und unsere Burgfrauen zu Festlichkeiten zu bitten. Die Mitglied-
schaft war auf einen Tiefpunkt angelangt; keiner wollte sich in Gefahr begeben. Die Stadtpolizei war
unfähig – oder unwillig – uns Schutz und Genugtuung zu verschaffen.
Mit Zustimmung der Sassen beschloss der OR, das Gebäude zum Verkauf anzubieten und eine
neue Burg in einer anderen Stadtgegend zu suchen. Wir waren schon bereit, das Gebäude abreißen
zu lassen und als Parkplatz zu verdingen, nur um die Steuern zu sparen. Da bewährte sich unser
Rt Luftschreck als ausgezeichneter Verhandlungspartner. Er verkaufte unsere alte Burg an einen
Motorradclub. Er verhandelte mit den „Boogie Downers” so lange, bis sie $ 18.000 auf den Tisch
legten.
Nach zweijähriger angestrengter Suche gelang es uns endlich, ein neues Gebäude zu erstehen. OÄ
Amoroso hatte damals sein Domizil in Redford, einem westlichen Vorort, und war Mitglied des
Stadtrats. Auf dem Dienstwege erfuhr er von Gebäuden, die zum Verkauf standen. Eines davon war
ein Elektronenladen, gegenüber dem Rathaus und der Polizeistation. Außer uns hatten sich noch
8 andere Interessenten um den Kauf beworben. Vier der sechs Stadträte hatten im vergangenen
Sommer herrliche Tage mit Rt Amoroso in Redfords Partnerstadt, St. Johann in Tirol, verlebt. Eine
begeisterte Diskussion entwickelte sich. Schließlich musste die Sekretärin des Bürgermeisters zum
Abschluss der Verhandlung mahnen. Das Gebäude wurde der Detroitia zugeschlagen.
Viele unserer Sassen und auch Freunde aus benachbarten Reychen haben damals „mit Freuden und
sofort” einen Obulus zum Burgbaufond beigetragen. Unsere Goldene Eminenz, unser verehrter Rt
Diwan, hatte eine beträchtliche Summe hinterlassen, so dass wir das Gebäude zinsfrei erwerben
konnten.
Das 60. Stiftungsfest feierten wir bereits in der neuen Burg. Am 15.11. a.U. 127 gelang es unserer
Tochter, der hohen Floridana, die Porta Pasconia ins Leben zu rufen, und im Lethemond a.U. 144
konnten wir, unter großer Beteiligung vieler Reyche, unser 75. Stiftungfest in fulminanter Weise
celebrieren.
Auf dem Gebiet der Kunst waren Sassen unseres Reyches bestens vertreten. Die Deutsche Bühne
Detroit, von Schlaraffen gegründet, geleitet und besetzt, war damals (1954-2002) eines von drei
deutschen Theatern in Nordamerika. Heute „glänzt” unser „Burgschmierentheater” nur noch ab
und zu mit theatralischen Einlagen zur Belustigung und Unterhaltung der Sassenschaft.
Das Reych Detroitia hat in seiner Geschichte sowohl Zeiten des Aufschwungs, der Stagnation als
auch der Existenzbedrohung erlebt, doch sippen wir nun schon 22 Jahre in unserer herrlichen Wol-
verina-Burg und hoffen, dass der Uhu auch fürderhin seine schützenden Fittiche über die Detroitia
breiten wird.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
275 Paulista
A.U.125 befand sich das Reych im 56. Jahr seines Bestehens. Es umfasste 45 Sassen, von denen 24
den Weg gen Ahalla antreten mussten.
Trotz etlicher Neuzugänge, aber auch infolge von Abgängen profaner Natur, schrumpfte die Sassen-
zahl auf 23. Unsere Ranchoburg befand sich zu dieser Zeit als Untermieterin im Club Transatlantico.
Als Baufälligkeit den Club zur Übersiedelung zwang, musste auch für unsere Burg eine Lösung
gefunden werden.
Dank des unermüdlichen Einsatzes von Rt. Quant wurde trotz starker Opposition a.U.128 ein Burg-
baufond geschaffen und schließlich beschlossen, selbst zu bauen. Da der inflationsgeschützte
Burgbaufond an eine 4-wöchige Kündigungsfrist gebunden war, schoss wld Rt Knurrhahn a.U.132
den Kaufpreis zum Erwerb eines Grundstückes von 10 x 25 m vor, auf dem bald eine Burg ganz nach
dem Geschmack der Sassenschaft entstand. Baupläne, Statikberechnung und Bauaufsicht wurden
von Fachkräften der Sassenschaft übernommen. Der Auftrag ging an die Firma des Burgknappen
eines Sassen.
Dank intensiver Campagne zur Anhebung der Finanzen, Beiträge befreundeter Ritter und Erhöhung
der Jahresbeiträge konnten a.U.134 das Richtfest und a.U.136 die Weihe unserer Burg mit Turm
und zinnengekröntem Söller erfolgen. Den Rittersaal schmücken Wandgemälde und Wappen der
Ursprungsreyche, gestaltet von wld Rt Carliostro. Das Erdgeschoss wurde an einen Gastronomen
vermietet und zu einem Restaurant ausgebaut. Um den Besitz des Nachbargrundstückes für das
Reych als Parkplatz zu sichern, erwarb wld Rt Knurrhahn dieses Grundstück, das das Reych seinen
Erben zum Marktpreis abkaufte und nun als Sattelplatz benutzt. Die Transaktion erforderte eine
erneute Sammel- und Spendenaktion, an der sich befreundete Reyche und Ritter beteiligten. Wäh-
rend des Berichtszeitraumes gab es verschiedene interessante Ereignisse, wie a.U.129 das 60. Stif-
tungsfest mit Burgfrauen, zu dem der gesamte ASR und 100 Sassen befreundeter Reyche einritten.
Ein Ausflug führte uns zu einer Krystalline in einem von Indianern bewohnten Landstrich, wobei
die Indianer ihre traditionellen Tänze vorführten. A.U.144 das 75. Stiftungsfest, verbunden mit der
Austragung einer Reychsfehde zwischen unserer Tochter Rio Carioca und der h. Landeshuota.
Es gab Reychsfehden mit unserer Tochter Rio Carioca (a.U.140) zu Curitibana und mit der Enkelin
Curitibana zu Porta Alegrensis (a.U.146) A.U.145 beehrte das ASO São Paulo mit seinem Besuch
und begeisterte 600 Zuhörer mit seinem grossen Konzert im Club Transatlantico.
Am nächsten Abend erfolgte ein strahlender Burgfrauenabend, zu Ehren der Gäste und ihres Tros-
ses. Zwei Gemeinschaftssippungen (a.U.127 und 147) mit der Rio Carioca in Penedo, auf halber
Strecke zwischen beiden Reychen, stärkten die Bande zu unserem Tochterreych.
A.U.147 ritten ein Fähnlein von 32 Sassen und fast der gesamte ASR mit seinem Vorsitzenden Rt
Ton-DIN zu einer schönen Festsippung mit Burgfrauen bei uns ein, wobei wir noch nie so viele liebe
Gäste in unserer Burg beherbergt hatten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 374-375